Eindrücke aus dem Kirchgemeindehaus Neumünster ...

... gesprochen haben wir "über Gott und die Welt" und dabei auch ans gleichnamige Buch von Peter Bichsel gedacht. Und ich an Peters erstes Buch - Pflichtlektüre zu meiner Zeit in der Schweiz. Wenn alles klappt, werden wir nächstes Jahr nicht nur den Milchmann kennen lernen. Leute aus Indien, Japan ... und auch aus Pakistan könnten wir kennen lernen. Ausplaudern möchten wir unsere Ideen noch nicht. Diese befindet sich erst in Phase eins.

Morse Flores von IARF spricht auf Französisch über die UN - die Vereinigten Nationen (Seite kann in Google-Deutsch angezeigt werden) und erwähnt auf Englisch den 33. Welt-Kongress von IARF in Kochi



Das sind so einige Bemerkungen, was national gesprochen wurde. Nicht vergessen möchten wir die Ideen, die Zürich betreffen. Hans Trachsler, danke ganz speziell für deine Voten und für die Auferstehung wünschen wir viel Erfolg und Freude ... mehr dazu später ... lasst euch überraschen.

Aus dem Traktandum "Diverses" für sie herausgepickt:

"Was ich an Albert Schweitzer gut finde" ist auf Seite 46 vom Alttestamentler Prof. Dr. Andreas Wagner von der Uni Bern nachzulesen. "Verantwortlich, Tatkräftig, Widerständig, Neugierig - Aber er hat eindrucksvolle Spuren hinterlassen."

"2013 jährt sich Albert Schweitzers Gründung des Spitals Lambarene zum einhundersten Mal. Aus diesem Anlass widmet sich die interdisziplinäre Vorlesungsreihe des Collegium generale dem Schaffen Albert Schweizers aus unterschiedlichen Perspektiven ..." Seite 49.

Die zwölf Veranstaltungen finden jeweils von 18.15 - 19.45 statt und das Konzert im Münster zu Bern. Hier noch Bilder aus dem Neumünster zu Zürich.

Morse Flores und Stephan Marti
... Morse Flores und Stephan Marti - SMS ...

Pfarrer Andreas Peter
... Andreas Peter unser Gastgeber ...


Vor einem Jahr:
Dutzende tote Christen bei Anschlagsserie in Nigeria

Vor 2 Jahren erschienen:
Helfen Abkürzungen weiter

Vor 3 Jahren erschienen:
"Woher kommt der Hass auf den Westen? - Gret Haller und Jean Ziegler im Gespräch mit Norbert Bischofberger"

Vor 4 Jahren erschienen:
Laudatio anlässlich Verleihung des prix libref. an Gret Haller

Vor 5 erschienen:
Anti-WEF Demo und Ferienstimmung

Vor 6 Jahren erschienen:
Informationen über die Sikhs



© libref - Text und Foto (bis auf das von Res): Stephan Marti - Finanzblog
Ach Annabelle, ach Annabelle, du bist so herrlich intellektuell ... bis der neue Autor seine Texte selbst einsetzen kann, wird er vielleicht noch einige Seufzer, Gebete zum Besten geben. Heissen wir Res als neuen Blogger herzlich willkommen und lassen ihn über den Wolken die grenzenlose Freiheit geniessen.
An der heutigen Vorstandssitzung beim Neumünster in Zürich haben wir beschlossen, unseren Vorrat an Broschüren interessierten Kreisen gratis abzugeben.


- "Missverstandene Bibelworte"
von Max Ulrich Balsiger, Meikirch

- "Das Buch Daniel und seine Botschaft von den letzten Dingen"
von W. Baumgartner, Basel - Mai 1944

- "Neue Chancen und Möglichkeiten Liberaler Theologie" von Friedrich Wilhelm Graf, München und "Der Liberalismus zwischen gestern und heute" von Berard Reymond, Lausanne - 2002

- "Freiheit und christlicher Glaube"
von Ulrich Wilhelm, Hans Heinrich Schmid, Bruno Schmid, Bernard Reymond und Clemens Frey - 1999

Wenn sie eine Broschüre möchten senden sie ein frankiertes Couvert mit ihrer Anschrift an S. Marti, Matt 18, 5046 Schmiedrued - für die ersten drei ein C5- und die letzte Broschüre ein C4-Couvert. Und vergessen sie nicht anzugeben, welche Broschüre(n) sie möchten. Es hat solange unser Vorrat ausreicht.



Vor einem Jahr:
140-jährige Geschichte - Gratisdownload der Essays des prix libref. 2011

Vor 2 Jahren erschienen:
Zum Gedenken an Anne-Marie Bianchi-Segond

Vor 3 Jahren erschienen:
Scientology - die Glaubensfreiheit hat nun Grenzen

Vor 4 Jahren erschienen:
SRV 1 2003

Vor 5 erschienen:
Schliessen sich Gleichheit und Freiheit letzlich aus?

Vor 6 Jahren erschienen:
Freikirchen wollen anerkannt werden



© libref - Text: Stephan Marti - Finanzblog

Menschenrechte

14th UNIVERSAL PERIODIC REVIEW 2012 of Switzerland.
SWISS NGO‘S Questions


1- Legal framework

Question1 :
Follow up to recommendations
What has been the coordination of the followup to such recommendations at the level of federal government? What are the institutional provisions to ensure the systematic linkage of efforts made by different federal agencies in this regard? What is the strategy? What are the clear designation of responsibility as regards follow-up and implementation?

Recommendation
Switzerland should create appropriate institutions and mechanisms with the power to ensure the effective coordination between federal and cantonal levels of government and civil society in order to address and implement recommendations made by international human rights bodies.

Question 2:
Continue to consult with stakeholders in this regard (cf. UPR recommendation 56.4)
Although Switzerland had accepted a recommendation to continue to consult with stakeholders in the follow-up, only three meetings took place with the NGO coalition on this issue. What is the intention for the next UPR cycle to include NGO’s?

Recommendation:
Switzerland should guarantee the regular and effective consultation with civil society, including with regard to the implementation of recommendations from UN human rights mechanisms.

Question 3
Human rights education
What is the status of Human rights education in the public school system? What are the training programs of key institutions such as cantonal administration, public institutions and justice?

Recommendation
Switzerland should develop a national action plan to firmly incorporate human rights education in the curriculums of all public education institutions.

II. Protection against discrimination
Question 4:
Persons with disabilities
The Law on the Equality of Persons with Disabilities contains several flaws, one of which is the lack of protection against discrimination at work in the private sector.
On the cantonal level, laws on equality of persons with disabilities are lacking as well as specialized agencies. Which are the encouragement measures for persons with disabilities that Switzerland intends to put in place?

Recommendation
The Confederation and the cantons are invited to close the gaps in the legislation on the equality of persons with disabilities.

III: Asylum
Question 5
Right to marry
What is the status of the right to marry for bi-national couples? What consequences has the the criteria established in December 2011 by the Federal Court for an application of the law that respects human rights?

Recommendation
Switzerland should commission an independent study to determine if the current civil law is applied in accordance with human rights in the right to marry.

IV. Police and justice

Question 6:
Independent complaints mechanism for victims of police violence (cf. UPR Recommendation 56.5)

Has Switzerland a comprehensive system of independent complaints mechanisms to deal with allegations of police violence? Is it true that victims are usually forced to lodge their complaint by investigation authorities, which work hand in hand and on a daily basis with the police forces?

Recommendation
Switzerland must ensure the creation in each canton of an independent mechanism empowered to receive any complaints of violence or mistreatment on the part of the police and to investigate them promptly, thoroughly and

V. Economic/ Social rights
Question 7
Transnational companies: legislative gaps
Switzerland hosts many firms headquartered in Switzerland. What about legislation to respect human rights and the environment worldwide?
Does the Federal Council and Parliament intent to lift the corporate veil-the legal separation between parent company and subsidiary-as it currently exists in the law? Can parent companies be required to perform a duty of care vis-à-vis their subsidiaries, joint ventures and subcontractors in order to ensure that they comply with human rights and
environmental standards? Are victims given the possibility to seek redress in Switzerland?

Recommendation
Switzerland should crate binding framework so as to impose strict due diligence on transnational companies headquartered in Switzerland vis-à-vis their subsidiaries, contract parties and supplier companies, and to remove the legal obstacles in order to allow victims of human rights violations the possibility to seek redress in Switzerland.

Text von jcc per e-mail
"Zufälle gibt es nicht" ... langsam bin sogar ich als eigentlich analytisch denkender Mensch davon überzeugt. Zwei Beispiele gefällig, die sich innert einer Woche abspielten?

125 Jahre Schokolade Frey. Keiner beobachtet die Drohne die praktisch auf Augenhöhe schwebt ...

Drohne und Dreier

... die Distanz bis zum Dreier-Lkw beträgt rund 100 Meter (Bildausschnitt) ... ich habe ihn erst auf dem Bildschirm zuhause beachtet... die friedliche Drohne will ich möglichst gut "einfangen". Dr. Yayha Hassan Badjwa hat bei libref. schon über andere Drohnen berichtet. Wollen sie mehr über die Unkunks wissen? Die Thematik des letzten Blogbeitrags beim Finanzblog ist nahrhaft - nicht wegen der Schokolade, wegen der Ethik und Unbekanntem.

Unbekannt war uns ja auch, was wir für Papierstösse aus dem Nachlass von Ruth Dreier aus Ebmatingen abholen werden. Eines wussten wir ... den Hahn werden wir oft antreffen.

Schweizerisches Reformiertes Volksblatt

Die jahrelange, jahrzehntelange Adresse der liberalen reformierten Medienstimme der Schweiz - das "Schweizerisches Reformiertes Volksblatt". Von ihrem Bruder haben wir noch Vieles von der stillen, sanften Schafferin erfahren. Die Gespräche waren hochinteressant.

Der reformierte Gockel hat mich aber schon beim Mittagessen überrascht. Nicht, dass wir diesen verspiesen hätten. Es gab eine herrliche Pizza "zum wilden Mann. Vom Holzofen. Diese können sie auch im Internet bestellen - auch auf der einfach zu merkenden Adresse eat.ch. Na ja, zugegeben, wenn man schon Wirtschaft studiert hat, darf man ab und zu eine Wirtschaft empfehlen. Wir haben uns sauwohl gefühlt ...

Ebmatinger-Hahn

... Henne-wohl im engsten Sinn des Wortes. Blenden wir zwei Stunden zurück. Hans und ich kommen ins Restaurant: "Haben sie einen freien Tisch für drei Personen?" "Nehmen sie diesen hier." Wir waren früh, es hat noch rund zehn andere freie Tische gehabt. Wieso um Gottes Willen ausgerechnet diesen Tisch? Es hätte ja auch ein anderer sein können. Die Aussicht war hier nicht besser als bei den andern, es war nicht heller, ruhiger, anders ... aber erst nach dem Absitzen bemerkte ich den Tischnachbarn bei Wandlampe ... der Ebmatinger Gockel. Ein guter Ohm von oben? Der einzige Hahn im ganzen Restaurant. Kein Zufall. Ich habe zu Hause eine kleine Hahn-Sammlung, dem Symbol der Reformierten und den Wirt gefragt, ob er mir diesen Hahn verkaufe. Er hat nicht verkauft. Ich klaue auch nicht und habe ihn nun trotzdem. Ganz herzlichen Dank ... beim Schreiben kann ich ihn anschauen. Ich halte ihn in Ehren. Als Andenken an die stille, ruhige Ruth 3er und als Hinweis, wieder mal zum wilden Mann zu gehen.


© libref. - Text und Foto: Stephan Marti - Finanzblog
Das Basler Manifest hat seinen Ursprung eigentlich in Zürich und in Bern wechselt einiges ... und das Wichtigste wird beim Alten bleiben ... so meine Einschätzung.

"Das Berner Modell ist geradezu genial"
das sagt niemand anders als Gret Haller in reformiert.

Dr.iur., Dr.h.c.rer.publ. Gret Haller


Dr.iur., Dr.h.c.rer.publ. Gret Haller bei der Preisverleihung des prix libref. in Luzern. Zurzeit läuft gerade der Club als Video im Hintergrund. Yahya meldet sich eben über seinen unterschlagenen Doktortitel in den Medien. Ein Beitrag, der wie der obige wirklich zum 1. August passt. Dr. Yayha Hassan Bajwa, ihr könnt auch einfach über diesen Beitrag zum nächsten scrollen, Titel wollen wir sicher nicht unterschlagen, aber dir möchten wir gleich eins zum Guten halten. Du sprichst Mundart im Gegensatz zu derjenigen, die jetzt über diese Thematik spricht. Haller und Bajwa erstaunen mich immer wieder. Beide fliessend in Schweizerdeutsch und perfektes Hochdeutsch. Vielleicht bringst du in den nächsten 55 Minuten noch meinen Tipp von Gret Haller, den sie in Bivio geäussert hat. Sie sprach nicht nur von Menschenrechten, sondern jeder hat auch Menschenpflichten. Wer sich in der Schweiz integrieren will, hat diese Pflichten. Mundart gehört sicher nicht dazu. Aber wer sich wirklich voll integrieren will, versucht Mundart zu sprechen. Egal, ob ein Akzent übrigbleibt - das wird als echte Integration angesehen.

Gret Haller äussert sich in reformiert. zur Motion von SP-Grossrat Adrian Wüthrich. Ich habe dich als Präsident im Jugendparlament Oberaargau anders kennen gelernt. Im Förderverein des Jugendparlaments wurde die reformierte Kirche Langenthal als erste nicht politische Körperschaft aufgenommen. Bei der ersten Versammlung bei der ich als Vertreter und Initiant eingeladen war, habe ich unter anderem gesagt, dass der Staat und die Kirche im Kanton Bern zusammen gehören.

Diese Motion wird meiner Meinung nach abgelehnt. Ädu, zieh sie zurück. Das wäre politische Grösse. Gret Haller sagt ganz deutlich:

"Je mehr Staatlichkeit in der Kirche, desto wohler ist mir. Das bernische System ist - gesamtschweizerisch und europäisch! - beispielhaft und zukunftsweisend."

Auch libref. ist dieser Meinung. Und der Synodalratspräsident Andreas Zeller - ein Liberaler - sagt, "es sei ein weiser Entscheid der Berner Regierung", das alte System vorzuziehen.


Dächlistein - Marchstein mit Berner Bärin Schmiedrued im Kanton Aargau

Yayha, dein Schlusswort im Club passt in die heutige Thematik. Hört es euch an. Du und ich wir sind heute Aargauer und wo ist dieser Marchstein zu finden? In meiner Wohnortsgemeinde Schmiedrued im Kanton Aarau - der Dächlistein. Der Berner Bär läuft nach rechts oben. Das war doch bei uns schon mal ein Thema beim Bernischen Kirchgemeindeverband - das Blog ist inaktiv. Beim Verkehrskreisel in Kirchberg/BE läuft er auch auf die "falsche" Seite, wie bei der Fahnenrückseite. Beim 1. August-Schmuck auf dem Balkon des Nachbars, wo dieser Beitrag entsteh, gleich dreimal so zu sehen.

Annemarie Schürch-Loosli

Und wem aus Kirchberg, resp. Ersigen wollen wir ganz herzlich gratulieren. Annemarie Schürch-Loosli wurde von der Delegiertenversammlung des Vereins "reformiert" zur neuen Präsidentin gewählt. Bei deinem Arbeitgeber gibt es auch einen Wechsel. Dein Chef Hansruedi Spichiger wurde pensioniert und neu Andreas Stalder ernennt.

Hansruedii Spichiger

Hansruedi Spichiger, Beauftragter für kirchliche Angelegenheiten bei der bernischen Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion geht in Pension.

Nun zu Basel. Das Basler Manifest hat seinen Ursprung in Zürich - es ist im Zentrum für Politik, Wirtschaft und Religion gereift, für das "unser Reiner" nach Zürich kam und dann Zweigstätten in Luzern und Basel eröffnete, d.h. Du kannst den Beitrag publizieren, gibst entsprechend die Quelle an. Das reicht... (so unser Präsident). Unser Prof. Dr. Reiner Anselm, Vorstandsmitglied bei libref. kennen wir doch bestens aus der Laudatio für Gret Haller ... der Kreis schliesst sich, unser Netzwerk darf wieder einmal angezapft werden. Das Basler Manifest solltet ihr nicht nur unters Kopfkissen legen. Lesen und danach handeln und die Welt wird weiterhin rund drehen ... und sich vielleicht gar zum Besseren wenden.


"Basler Manifest zur Ökonomischen Aufklärung


Zwei Jahre (2010/11) lang hat eine Gruppe von Theologen, Finanz-, Wirtschafts-, Religions-, Kultur- und Medienwissenschaftlern am Zentrum für Religion, Wirtschaft und Politik an der Universität Basel zusammen gearbeitet. Im Zentrum der gemeinsamen Forschung stand die Frage, ob und wie religiöse bzw. religionsnahe Ideen, Theorien und Ideologien auch und gerade die heutige Wirtschaft und insbesondere die Finanzwirtschaft bestimmen. Die Resultate dieser interdisziplinären Forschung werden in dem Sammelband Risiko ­ Vertrauen ­Schuld vorgestellt, der 2012 erscheinen soll. Das hier vorgestellte Basler Manifest zur ökonomischen Aufklärung versucht eine knappe und pointierte Zusammenfassung der Überlegungen der Forschergruppe ..."

... weiter im Basler Manifest vom ZRWP



Vor einem Jahr:
Das legislative Heilmittel gegen den Terrorismus gibt es nicht

Vor 2 Jahren erschienen:
Rappaz, der "kleine" Mahatma Gandhi?

Vor 3 Jahren erschienen:
Portrait des Vereins freier Protestanten CH

Vor 4 Jahren erschienen:
Jalsa Salana der Ahmadiyya Bewegung in Frauenfeld

Vor 5 erschienen:
Wieso Bivio?

Vor 6 Jahren erschienen:
Sommer: Sakrileg - The Da Vinci Code - 1. Teil

Vor 7 Jahren erschienen:
Kongress der IARF in Siebenbürgen


© libref - Text und Foto: Stephan Marti - Finanzblog

Der letzte Flug

"Lasse dein Licht leuchten." Dieser Satz aus dem Johannes-Evangelium beschreibt zwei unserer Mitglieder. Unser unermüdliches Ehrenmitglied Ruth Dreier die diesen Monat verstorben ist und Grossrat Dr. Yahya Hassan Bajwa, der den Profaxpreis erhielt und aus dem Aargauer Grossen Rat austreten musste.

Ruth Dreier - Foto von Leo Häfliger

Ruth Dreier - das Bild das kurz vor ihrem Tod entstand wird uns freundlicherweise von Leo Häfliger, Buch- und Offsetdruck Werner Schrumpf AG, zur Verfügung gestellt


"Lasse dein Licht leuchten." Eigentlich hätte Ruth Dreier einen viel längeren Text auf dem Leidzirkular verdient. "Nach vierzehn Jahren Beschäftigung mit dem SRV (Schweizerischen Evangelischen Volksblatt) habe ich im Moment noch keine Musse, Bilanz über diese Zeit zu ziehen. Alles in allem wars eine Bereicherung all der Jahre seit meiner Pensionierung." Ende 2004 schrieb sie dies in der letzten Ausgabe. Einer Zeitungschrift die im 138. Jahrgang eingestellt wurde. Ruth Dreier hätte sich noch jahrelang weiter eingesetzt. Dazu braucht es aber Text-Lieferanten. Genau gleich wie in einem Blog. Ein Licht ist zu sehen. Demnächst schreibt auch der Fernsehpfarrer Andreas Peter. Er wird nicht aus Bülach schreiben, er wird sich vom Neumünster melden. Frischprodukte, nichts aus Einmachgläsern.

An dem Tag, als ich diese Zusage erhielt, hätte ich eigentlich vorgängig bei ihnen all die vielen Unterlagen des SRV abholen wollen. Geplant war es, nur das Datum stand noch nicht fest. Sie haben mich anfangs Mai angerufen. Ich war in Frankreich. Dann rief ich einige Male an. Ich dachte, sie seien nun in Frankreich. Eile ist nicht angesagt. Es sind ja nicht dringende Neuigkeiten, wir wollen der Nachwelt nur einiges erhalten. Zu finden wird das Wichtigste (wie immer) im Staatsarchiv von Bern sein. Keine weiss das besser, als Ruth Dreier, die jahrelang in unserem Vorstand mitgearbeitet hat. Aber niemand weiss anscheinend, wann sie dazu gestossen ist. Und sie hat uns immer unterstützt. Arbeit abgenommen, organisiert, Buchhaltungen geführt und sie konnte nicht nur administrativ sondern auch redaktionell unsere Zeitung herausgeben.

Und sie hat uns finanziell unterstützt, wollte, dass im Blog der Geist des SRV weiterlebe. Heuer sozusagen im 146. Jahrgang. Fünf Jahre mehr, als es die Vereinigung gibt. Meist hat sie im Hintergrund gearbeitet. Sich nicht vorgedrängt. Nicht ein einziges Bild in meiner Sammlung, wo sie alleine zu sehen ist. Wir holen dies nach den Ferien von Herrn Häfliger nach. Wir dürfen sein Bild von Ruth Dreier veröffentlichen, das kurz vor ihrem Tod gemacht wurde. Vielen Dank, auch für die jahrelange Arbeit beim Druck des SRV im Team mit Frau Dreier.

Ruth Dreier

Ruth Dreier zusammen mit Jean-Claude Cantieni an der Burri-Tagung in Täuffelen.

"Der Distelfink - (Stieglitz)

... Doch eines Tages erhob sich ein stürmischer Wind, der immer stärker wurde und schliesslich erbarmungslos während drei Tagen und Nächten pausenlos wütete und an Türen und Fenstern rüttelte. Machtlos schauten wir vom geschützten Haus aus zu, für unsere Distelfinken zitternd. Nach dem Sturm hörten wir sie nicht mehr. Aber am Boden lagen zwei zierliche Vogelnestchen, noch eingeklemmt in den Gabeln dünne Zweige.

Entsetzten über die für die grosse Welt winzigkleine Katastrophe und die Grausamkeit der Natur packten uns, und iwr trauerten um ein Stück wunderbares Leben, das wir lieb gewonnen hatten, und das uns bis heute fehlt, dennn die lieblichen Vögel sind nie mehr zurückgekehrt ..."

Ruth Dreier - ganzer Text siehe unten im 1. und 2. Teil


SRV 4 2003 Teil 1 - SRV 4 2003 2. Teil- SRV 4 2003 3. Teil - als pdf öffnen

Auch wenn Ruth Dreier nicht mehr zurückkehrt, wir behalten sie in besster Erinnerung.

"Der letzte Flug" im Grossen Rat hat unser Revisor Dr. Yahya Hassan Bajwa gemacht. Er gibt "zuviel" Unterricht und muss aus dem Rat austreten. So will es das aargauische Gesetzt. Nicht eben liberal. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Grossräte, die Lehrer sind, begeistern können. Dr. Schmied seinerzeit war der einzige, der mich das erste mal für die französische Sprache überzeugen konnte. Das war im Kanton Bern schon lange möglich. Beim Bericht über seinen Rücktritt in der Aargauer Zeitung erstaunt zumindest ein Kommentar von Karin. Schrecklich, wie heute ohne Wissen, anonym und gemein Meinungen mitgeteilt werden. Es lebe die Feisspuck-Zeit.

Yahya, die Foto, die du in Facebook brauchst, kennen wir vom Julier-Pass her. Du hast bei dieser Bergpredigt über "Betet für alle, die in Regierung und Staat Verantwortung tragen" gesprochen. Vielleicht vorausahnend habe ich dir an diesem Morgen jenes Plakat geschenkt. Nimm es nicht tragisch, dass du aus dem Grossen Rat geflogen bist. Bajwa heisst ja der Adler, der Raubvogel mit dem scharfen Blick. "Lasse dein Licht leuchten", sprach Johannes der Täufer - oder für Muslims eben Yahya, so die Übersetzung.

Yahya Hassan Bajwa

Dein Porträt habe ich ... Hassan heisst übrigens "der Schöne". Danke, dass ich libref. bei der Preisverleihung des Profaxpreises 2012 vertreten durfte. Wir gratulieren dir und LivingEducation.org zu diesem Erfolg. Wir hoffen, dass du noch einige Male mit uns über Menschenrechte diskutieren wirst. Und Inputs bringst, was wir via IARF in Genf zu den Menschenrechten vortragen werden. Unsere Ansprechperson für Genf ist der Pfarrer Andreas Peter. Ihn haben wir im Vorstand zu unserem Mitglied gewählt. Das ist nicht ganz statutenkonform, aber die nächste Mitgliederversammlung wird dies garantiert mit Akklamation nachholen. Gute Gelegenheiten muss man am Schopf packen.

Yahya Hassan Bajwa und H.E. Muhammad Saleem

Yahya und His Excellency Muhammad Saalem, Botschafter der Islamischen Republik Pakistan, der seine Glückwünsche überbrachte.

Yahya und die Schüler vom Zugerberg

Yahya und ein kleiner Teil seiner Schüler - die vom Institut Montana auf dem Zugerberg. Ich habe selten einen Lehrer gesehen, der von seinen Schülern so herzlich begrüsst wird.

Der Tod und das Leben sind manchmal so nah beisammen. Der "Distelfink" erinnert mich von der Art her ans "Amseli". Yahya möge als Adler noch oft in die Lüfte steigen und seine Schwingen einsetzen.

Einen Rückblick auf die vergangen Jahre bei libref.ch möchte ich diesmal nicht wiedergeben. Nur soviel zur Erinnerung. Nächsten Monat sind wir das siebte Jahr auf dem Blog und somit zusammen mit dem Schweizerischen Reformierten Volksblatt seit 146 Jahren ununterbrochen in den öffentlichen Medien vertreten. Im Jahre 2016 sollten wir das 150-jährige Jubiläum feiern.

© libref - Text und Foto: Stephan Marti - Finanzblog - Foto von Ruth Dreier: Leo Häfliger
... weiterlesen in der "Bernerzeitung".

Bitte beachten sie die Kommentare. Bis auf einen wird alles als Miesmache hingestellt. Einer will die Blindheit gegenüber Schweitzer aufdecken. Surfen sie im Internet herum, was der "Gegner" so alles für Spuren hinterlässt. Ich denke, im Kapitel Schweitzer gäbe es andere Sachen, die man anschauen müsste. Nicht Geschichtsforschung, was heute abläuft. "Es kann vorkommen, das Nachkommen, falsch rauskommen", hat mir vor kurzem eine Stechmücke gesagt.

Das wäre doch was zum Recherchieren, an den Tag zu legen. "Was geschieht mit dem Erbe?" Ja, inklusive der politischen Briefe, die eigentlich den kleinsten Teil ausmachen dürften.

Afrika ist weit weg. Wer weiss, wie es heute dort aussieht? Umgekehrt ist vielleicht auch gefahren. Aber Schweitzer brauchte Geld. Nicht für sich, wie das heute meist der Fall ist. Er wollte helfen. Und hat geholfen.

Spendensammeln ist Marketing pur. Und anscheinend hat er die damaligen Möglichkeiten genutzt. Heute sprechen wir von Bill Gates als Helden, wie der spendet. Aber im Grunde genommen hat er ja fast die ganze Menschheit über den Zaun gezogen. Wer hat nicht schon viel Geld für Microsoft ausgegeben und erhält jedes mal eine alte Lösung, die neu aufgemotzt ist ... und man sich zuerst zurechtfinden muss, wo was gesucht und gefunden werden kann. Gates setzt nur einige Prozent wohltätig ein ... Schweitzer hat sein Leben geopfert.

Dann ist vermutlich noch etwas, was Schweitzer reizte. Die medizinische Unterstützung. Im Osten wurden die Mediziner anders ausgebildet, als im Westen. Ich würde es als ganzheitlicher einstufen. Mit weniger Finanzen. Kuba lässt heute noch grüssen. Und ein kleiner Tipp. Wenn sie mal einen gesundheitlichen Befund haben, den man im Westen nicht heilen kann, dann suchen sie sich einen alten DDR-Mediziner aus ... ich wüsste, zu welcher Aerztin ich gehen würde. Aber mir ist bekanntlich immer zu helfen.

So, nun wäre es an der Zeit, dass andere, Eingefleischte schreiben. Wer den Mut nicht hat, das Kapitel Schweitzer im eigenen Namen zu vervollständigen ... wir können auch Texte entgeisten ... statt dem Ghostwriter stellen wir ihren Text um, dass man den Schreiber nicht erkennt. Denn in diesem heilklen Fachgebiet kennt man die Schreibweise.

Liberale wehrt euch. Oder seid auch ein bischen links. Und wer früher links war, der ist heute in der Mitte und da wären wir schon bei „Ich glaube nicht an Gott, aber ich vermisse ihn
Die Auffahrt oder Christi Himmelfahrt darf uns zum nachdenken bewegen.

Nachdenken 1

Nachdenken 1

Nachdenkien 2

Ganz herzlich gratulieren wir LivingEducation und seinem Präsidenten und unserem Mitglied Dr. Yahya Hassan Bajwa zum profaxpreis 2012. Die Preisübergabe findet am 14. Juni um 18:30 Uhr in der Aula des Schulhauses Pfaffechappe in Baden statt.

Vor einem Jahr:
Religionsunterricht in Chur

Vor 2 Jahren erschienen:
Bleibt die reformierte Schweizer Kirche liberal

Vor 3 Jahren erschienen:
Bericht aus Pakistan ... was nicht in allen Medien steht - ein Beitrag von Dr. Yahya Hassan Bajwa

Vor 4 Jahren erschienen:
Längs u breit - Pedro Lenz und Werner Aeschbacher

Vor 5 erschienen:
Fast ein Minarett ...

Vor 6 Jahren erschienen:
Rat der Religionen gegründet



© libref - Text und Foto: Stephan Marti - Finanzblog
Ein Thema, das die heutige Bevölkerung interessiert. Die Dampfzentrale war restlos ausgebucht. Lesen sollten die Beiträgevor allem jene, die die heutige Kirche mitgestalten. Auch hier zeichnet sich ein Umdenken an.

Der Beitrag der Gewinnerin Sabine Frambeck beim 6. "Bund-Essay-Wettbewerb" ist noch nicht aufgeschaltet. Ein pfiffiger, wortspielerischer Aufsatz um das Wort "Gott". Ihr Kommentar bei der Preisverleihung: "Oh mein Gott, ich hab gewonnen" und ihre Schlussworte beim preisgekrönten Essay: "Amen - fuck."

Und der Moderator, der Komiker Müslüm, muss bei einer Pubikumsabstimmung feststellen, dass mehr Zuschauer ein Facebook-Account haben, als dass es welche gibt, die an Gott glauben und eigentlich möchte er jetzt Kebab essen.

221 eingereichte Beiträge. Ein tolles Resultat. Mein Zuschauer-Nachbar hat auch geschrieben. Sein Beitrag würde ich gerne hier wiedergegen. Vielleicht liest er es. Er schreibt unter anderem darüber, dass Leute, die an Gott glauben, den Gott entweder in sich fühlen oder ausserhalb von sich. Mein Gott - falls es den gibt - wäre in mir zu suchen.

Aber lesen sie doch selbst, was ich geschrieben habe. Ich bin so liberal, dass ich sogar die Stellung der Liberalen im religiösen Umfeld neu platzieren möchte. Nicht mehr in der Mitte oben - eher rund ums "Fadenkreuz".


1. Ein Durchschnittsgott?


„Ich glaube nicht an Gott, aber ich vermisse ihn“. Eine Durchschnittsmeinung? Wir wissen es nicht. Viele, gar die meisten die so denken, kann man nicht statistisch erfassen. Oder doch? Ist es am Ende die Differenz zwischen den Kirchensteuerzahlenden und den Kirchenbesuchern. Davon gibt es jede Menge, zumindest im Kanton Bern. Ja, die Berner Kirche kenne ich besser, trotzdem ich im nahen Ausland gemeldet bin. Das ist auch so eine Glaubenssache. Warum bist du nicht nach Südfrankreich gezogen? Warum um Gottes Willen gerade in den Kanton Aargau? Wenn es diesen Gott wirklich gibt, dann haben die Aargauer und die Ber-ner den gleichen. Wetten!

Aber lasst mich doch über den Durschnittsgott schreiben. Den kennt nicht einmal Bill Gates Microsoft. Der mit roter Wellenlinie unterstrichene Durchschnittsgott existiert in Langenthal. Oder eben vielleicht auch nicht. Die Langenthaler, das sind hochanständige Durschnittsmenschen - sagen die Statistiker. Mancher wäre froh Durchschnitt zu sein. Zumindest die Anleger, die in göttliche Indexware investieren. Mancher mag sich mit dem Durchschnitt nicht zufrieden geben.

Rund sieben Jahre war der Durchschnittsgott mein ehrenamtlicher Chef. Ich CEO Church. 7 haben die heisse Suppe ausgelöffelt, 7 in der Kirche gelobpreiset, gepoltert und orgelgetastet, 7 haben administriert und verwaltet, 7 gereinigt, geöffnet, Kerzen angezündet und wenn Spannung angekündigt wurde, so kamen 70 in die Kirche oder ins Kirchgemeindehaus. Und im Jahresschnitt hat man so an die 700 verschiedene Gäste und Mitwirker in der Kirche angetroffen. Und dann hatten wir noch 7000 andere Kunden. Die traf man höchstens eher zufällig an einer Taufe, Hochzeit oder bei Beerdigungen .

Für viele dieser 7000 trifft der Satz „Ich glaube nicht an Gott, aber ich vermisse ihn“ vermutlich zu. Nicht nur in Langenthal. Überall auf der Welt. Das sind beileibe keine Gott losen Menschen. Die stehen dem Glauben näher als mancher, der sonntäglich in einen Predigtsaal rennt, oder diejenigen, die am Freitag rennen, Frei(tags)-übungen machen, am Samstag rennen, den Boden Küssen, Schlangen beschwören, Götter duzendweise zum segnen auffordern.

Logisch betrachtet gibt es keinen Durchschnittsgott. Wenn es einen Gott gibt, dann gibt es nur einen. Nur einen einzigen. Für jeden den gleichen. Ob reformiert oder katholisch, landes- oder freikirchlich organisiert oder sonst wie Christ, Jude, dem Islam, Hinduismus oder Buddhismus und weiteren angehörend. Den vermisse ich. Manchmal. Den vermissen viele andere auch. Vielleicht sogar immer.

2. Gott ist nicht durchsichtig, aber transparent!

„Ich glaube nicht an Gott, aber ich vermisse ihn“. Wie sieht er denn aus? Schwarz und weiblich – wer weiss. Viele begreifen nur, was sie sehen oder nachvollziehen können. Und genau das ist in der heutigen Zeit schwierig. Sich einen Gott vorzustellen, von dem man sich kein Bildnis machen soll ist viel einfacher, als die heute Um- und Mitwelt zu kapieren. Die meisten wolllen nur kopieren. Geld- und Bonigier, Finanz-, Euro- und Dollarmisere, all dies kopfen wir nicht mehr. Ganz zu schweigen von unsinnigen Kriegen und den technischen Energiepannen. Technisch? Menschlich wäre wohl angebrachter. Und kein Gott der aufrüttelt. Viele, wenn nicht gar die meisten vermissen ihn manchmal, immer öfters. Wieso lässt er das zu? Und gottlob keiner, der am gierigsten zu wachstumsstärker und maximierender aufruft.

Danke, dass sich zumindest einige in der Kirche die Machenschaften der heutigen Zeit nicht gefallen lassen. Sich zu Wort melden. „Reformiert“ sei Dank. Die reformieren wirklich. Mutig? Nicht wirklich. Aber ehrlich. Die denken, was die meisten von uns insgeheim denken. Die Kirche sollte sich mit dem Alltag auseinander setzen. Durchleuchten und Transparenz schaffen, nicht undurchsichtig sein. Eine doppelte Verneinung – genau genommen ist die heutige Kirche durchsichtig, nicht transparent. Eine Wortklauberei, werden jetzt viele sage. Die Sprache ist manchmal genauso unpräzise, wie Politiker und Kirchenpolitiker.

Etwas mehr für die „7000“ statt die „700“ tun. Sonst laufen die auch noch davon. Ich habe schon etliche Predigten über mich ergehen lassen. Wer nicht hingeht, muss sich dies nicht gefallen lassen. Es gab auch spannende Predigten. Die sind aber selten und leider im Kirchenzettel nicht als solche gekennzeichnet. Dann loben wir uns doch das sonntagmorgendliche Frühbad. Wenn es zu transparent ist, kippen wir halt etwas göttliche Lotus-Badeessenz dazu. Sprudeln und schäumen lassen, das macht Spass. Lassen wir doch Gott öfters sprudeln, die Kirche soll überschäumen. Ein richtiges Gedränge habe ich nur einmal in kirchlichen Räumen erlebt. Kaum zu glauben, ja glauben, wir haben eine singende Schlange angebetet, eine Anakonda genau genommen. Vielleicht würden „a der schöne grüne Aare na“ mehr Menschen auf einem harten Velosattel Ausschau nach Gott halten, als sonntags auf der harten Kirchenbank.

Wir brauchen einen knallbunten, farbigen Gott, einen Gott an dem wir bildlich gesehen Freude haben. Einen, der begeistert, den wir echt anbeten können. Wir brauchen weder einen durchsichtigen und schon gar keinen undurchsichtigen Gott. Ich vermisse aber manchmal einen transparenten Gott. Oder sollte man besser sagen, ich vermisse manchmal eine transparente Kirche. Und viele andere wohl auch. Einige vermutlich nicht nur manchmal, sondern öfters, mehrheitlich oder gar immer. Sonst würden sie ja nicht aussteigen. Oder umsteigen.

3. Gott ist nicht liberal – Gott im Fadenkreuz

„Ich glaube nicht an Gott, aber zumindest manchmal vermisse ich ihn“. Die Kirche ändert sich zu wenig – schnell zumindest. Was soll es, meine ist ja über zweitausend Jahre alt und hat eben wieder Geburtstag gefeiert. Unbefleckt soll es damals von statten gegangen sein. Eine Kuh war zugegen. Heute ist dieses Fleckvieh nicht nur unbefleckt, die sind gar genmanipuliert. Die Welt wäre vermutlich besser herausgekommen, wenn man Jesus im Jahre Null geklont hätte. Von solchen Typen bräuchte es viel mehr. Der war modern und hat begeistert. Für Friede, Freude, Eierkuchen. Heute begeistern welche noch für Krieg, Rap und LC1-Joghurts. Rap ist ja nicht schlecht, das heisst klopfen oder pochen – sinnvoll, wenn sinnvoll gepocht und nicht verklopft wird.

Nehmen wir unseren Gott doch mal ins Fadenkreuz und stellen ihn dorthin, wo er unserer Meinung nach hingehört. Schauen wir uns das bekannte Fadenkreuz der politischen Masse an. Links ist links, rechts ist – sie erraten es – rechts und unten konservativ. Kaum zu glauben, obschon wir diese Tätigkeit, glauben, ja eigentlich in der Kirche machen sollten, oben bezeichnen alle mit „liberal“. Bei dieser multidimensionalen Skalierung, die uns populär oder je nach Einstellung popu-plär von Smartvote omnipräsent sekundengenau nachgeführt vor Augen gehalten wird, liberal ist immer oben. Und oben ist Gott. Und Gott, wenn es den allenfalls doch gibt, ist nicht oben. Zumindest nicht liberal, hoffentlich aber modern, zukunftsgerichtet.

Das Gegenteil von Links ist Rechts. In der Kirche, dem Glaubensempfinden genau genommen, bei libref.ch haben wir es Kirchen-Politische Ausrichtung genannt, geht es von links vom Freidenker über das Fadenkreuz rechts nach evangelikal. Genau genommen ist es nicht das eindeutige Gegenteil. Das Gegenteil von Konservativ ist aber auch nicht Liberal. Eher modern, an die Zukunft glauben und nicht am Alten festhalten. Zukunftsgerichtet eben.

Huch, wenn das veröffentlicht wird, dann gibt es Haue. Liberal nicht oben! Aber einer muss es doch schliesslich sagen und auch mal schreiben. Liberal ist schon lange nicht mehr oben. Eher in der Mitte … und den Spruch habe ich schon öfters platziert: „Mancher Liberale ist nicht mit der Zeit gegangen und wurde Konservativ“. Böse?! Nein, leider der Wahrheit entsprechend. Liberal ist nicht mehr immer das, was es war. Vielleicht müsste ich einer Gattung angehören, die sich besser nicht „libref“ – liberal, reformiert – nennt. Dringend müssten sich eigentlich dieses Überbleibsel umbenennen – futref. Futuristisch, reformierend. Oder zumindest „mitref“ – mit der Zeit gehend, reformend, ändern, überdenken. Wie die schweigende Mehrheit. Eben mit der Zeit gehen und sonst gehen sie mit der Zeit. Genau wie die Kirche sind die heutigen Liberalen – langsam aussterbend. Das müsste Frau und Mann ändern. Gott, glaube ich, wird höchstens zuschauen. Die schweigende Mehrheit muss nicht an die Macht kommen. Aber sie muss wahr und nicht als Ware genommen werden. Sonst werden in Zukunft noch wesentlich mehr austreten – einige davon nur umtreten, weil sie in Zukunft intensiver an Gott glauben.

Gott im Fadenkreuz. Nicht in einem faden Kreuz, nicht am Kreuz und nicht nur an einem Faden. Salzig, würzig, pfeffrig soll Gott oder doch eher unsere Kirche sein.

4. Gott – barmherzig oder knallschwarz

Barmherzig, was heisst das eigentlich. „Herz“ kennen wir, hoffentlich läuft es noch lange. Rund, „zig“ Millionen Mal schlägt es. Bei den meisten absolut zuverlässig, bei der Mehrheit der Leser über eine Milliarde mal. Eine unvorstellbare Meisterleistung. Gibt es am Ende doch einen Gott? Das gibt doch ein wenig Herzklopfen, wenn man sich überlegt, wie oft schon bei allen Lebewesen die jemals gelebt haben, das Herz geklopft hat. Das ergibt eine Zahl mit zig Nullen. Und trotzdem haben wir Mühe, uns einen Gott vorzustellen, den wir uns ja gar nicht vorstellen sollen. Und fragen können wir ihn auch nicht.

Fragen wir doch den Duden. „Barm“ nähme mich noch Wunder. 0 Treffer – oder meinten Sie: arm, warm, Darm? Vielen wird Gott erst mit solchen Worten in den Sinn kommen. Wenn sie arm sind, ihnen wirklich kalt ist oder der Darm gar nicht mehr will … dann denken sie plötzlich an Gott. Ja manchmal vermisst man ihn. Vielen muss es zuerst schlecht gehen. Ich denke, das ist auch nicht schlimm, sonst hätte Gott das ja anders lösen können. Ja und wer schwer erkrankt ist, der denkt auch nicht an die Barmherzigkeit, dass dies nicht hätte geschehen sollen. Es soll aufwärts gehen, zumindest nicht so schmerzhaft sein. Ja und irgendwann mal kommt was für alle kommen muss. Das Leben ist tödlich. Knallschwarzer Humor? Nein, Realität. Und so gesehen erstaunt es niemanden, wenn der Glaube an Gott geraubt wurde. Vielleicht ist es ja nur der ethische Zusammenhalt der Menschheit, der uns das Gefühl eines Gottes, einer gemeinsamen Kraft, vermittelt.

Den Beweis, dass es Gott gibt oder nicht gibt, den kann ich nicht erbringen. Wenn sie aber mal ganz oben angeklopft haben und dann doch wieder Werbung am Fernseher schauen dürfen, dann überlegen sie etwas unterschiedlicher. Nicht, dass jetzt der Kapselkaffe beim vierhändigen Spiel an einem Flügel vorgezogen würde. Wenn aber Petrus zu George Clooney spricht „It’s not your time“, dürfte es auch für den hart gesottenen Gottesverachter ein kaltes Schlottern ums Herz geben. Er wird unsicher. Gibt es wirklich keinen Gott? Und wenn doch, dann für alle den gleichen.


Und hier noch der Link zu unseren eigenen Preisträgern: 140-jährige Geschichte - Gratisdownload der Essays des prix libref. 2011 über das Thema "Kann das Recht Religion vor liberalem Horizont beschränken?"


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