Ein Aufruf, Waren aus Israel, einem einzigen multikulturellen Land und einer einzigen Demokratie im mittleren Osten zu boykottieren, durchwaltet die Medienlandschaft.

Ob das Drama, dass Juden und Palästinenser - darunter eine beiderseitige geistige Elite, die Frieden im mittleren Osten einzig zu stiften hat - sich boykottieren, durch Slogans statt Skepsis nicht fahrlässig zu schärfen ist?

Wer das Holocaust-Memorial in Jerusalem durchschritten hat, wird nicht nur zur Skepsis gegenüber dem Menschen als Gattungsbegriffe, sondern auch zu sich selber als Person zur Bescheidenheit bekehrt, die aus einem intelligenten Herzen eher als aus künstlicher Intelligenz (sc. oder gar nur künstlicher Aufgeregtheit) stammt (Vincent Schmid).

Unsere europäische vielfach hochmütig aufgeladne Geschichte moniert zur Bescheidenheit geistlich Armer... statt zu Kampfmassnahmen wie Boykott oder Streik, womit bestenfalls das Recht aufs eigne Recht reklamiert wird, das anderes Recht suspensiv kontaminiert.

Text: Jean-Claude Cantieni, Chur